26. Januar 2022

Die kleine Schwester der Soca

Koritnica (Fotos: Timo Grotejohann)

Wer schon mal da war wird früher oder später sicher wieder dorthin zurückkehren: Slowenien mit dem traumhaften Triglav Nationalpark ist DAS Paddelparadies schlechthin. Das Bergpanorama: Atemberaubend. Die Flüsse: Kristallklar. Das Bier: Lecker. Alles in allem: Ein Traum! Klingt übertrieben? Ist es nicht!


Vereine aktiv - Tourenberichte aus den Clubs


Von Timo Grotejohann (Höchster Kanuclub Wiking 1921 e.V)
 

Auch wir, ein kleiner Trupp vom Höchster Kanuclub Wiking 1921 e.V., können uns dem Bann Slowenien´s nicht entziehen. So führt einmal im Jahr der Weg von Frankfurt am Main nach Bovec – und wir tauschen liebend gern die Skyline gegen das fantastische Bergpanorama. Sobald die Zelte aufgeschlagen sind (na gut, der Großteil sind Bus-Schläfer), führt uns der erste Weg an die Koritnica-Mündung: Natürlich erst mal Pegel checken! Passt – auf geht’s. Von unserem Lager, dem Camp Liza, ist der Einstieg der Koritnica schnell mit dem Auto erreicht. Die übliche Paddelroutine beginnt: Abladen, umziehen, umsetzen. Noch schnell Wasser an der Quelle am Parkplatz auffüllen, bevor wir ca. 15 - 20 Minuten einen kleinen, teilweise relativ steilen Weg unsere Boote hinuntertragen.

Unten angekommen, wollen wir erstmal die Kernstelle besichtigen, die Koritnica-Klamm. Ein kleiner Pfad auf der rechten Uferseite führt in wenigen Minuten dorthin. Nachdem die Stelle gescoutet ist geht´s zurück und endlich ab in die Kajaks. Wir paddeln flussaufwärts und nach ein paar Metern werden wir in eine andere Welt katapultiert: Wir sind in einer wunderschönen Klamm mit weißen Felswänden - das Wasser türkisfarben, die Laune bestens.

   

 

Koritnica, der "Klammfluß"

Nach diesem ersten Schmankerl geht’s zur 1. Kernstelle. Viel Zeit zum Einpaddeln bleibt nicht, denn nach ca. 200 m kommt bereits die Koritnica-Klamm (WW III+). Auf dem Weg dorthin erwartet uns etwas Gefälle und ein paar leichte Verblockungen. In der Mitte teilt sich der Fluss: Wir wählen die linke Linie (je nach Wasserstand sind aber beide gut fahrbar). Wer vor der Klamm nochmal durchatmen möchte: Kurz davor ist links ein großer Felsen mit einem Kehrwasser, in das gut vier Leute reinpassen. Das Kehrwasser sollte in jedem Fall vorne angefahren werden, da es im unteren Teil wieder ordentlich rauszieht. Von diesem Kehrwasser kann die Klamm auch auf der linken Seite umtragen werden.

Direkt am Eingang der Klamm ist eine Walze – hier heißt es erstmal ordentlich „am Löffel ziehen“. Ist der Eingang geschafft ist der Rest relativ entspannt – lediglich eine Schrägwalze in der Mitte ist noch zu bewältigen: Auch hier mit Schmackes rüber, die restlichen Meter durch die etwa 100 Meter lange Klamm, die am Ende eine Rechtskurve macht, einfach genießen.

   

Spielen und Techniktraining im WW II

Nach der Klamm ist erst einmal schönes WW II angesagt. Es gibt viele tolle Stellen zum Spielen und Technik üben, auch ein paar Boulder zieren den Weg. Rechts von uns taucht nach einiger Zeit eine kleine Bucht mit üppigem grün auf. Direkt davor liegt die perfekte Stelle zum Kerzeln – gesagt, getan.

Es geht weiter und nach einiger Zeit beginnt die Waldschlucht, direkt an der Brücke. Wir fahren zu Beginn der Waldschlucht direkt links ins Kehrwasser, da die Strömung hier etwas stärker auf die rechte Wand zieht. Ab der Waldschlucht nimmt die Schwierigkeit für ein kurzes Stück (ca. 100 Meter) wieder etwas zu:  Durch die Verengung fließt das Wasser schneller und mit etwas mehr Druck. Ein Katarakt ragt in der Flussmitte hervor und kann sowohl rechts als auch links umfahren werden: Links geht es eine Stufe ca. 1,5 Meter hinunter. Rechts ist es etwas einfacher zu fahren, allerdings vom Fluss aus nicht einsehbar, so dass wir uns für die linke Linie entscheiden.

Langsam nähern wir uns der letzten Kernstelle: Kurz bevor die Koritnica in die Soca mündet – erstreckt sich noch einmal ein wunderschöner WW III Abschnitt über ca. 100 Meter. Der Fluss verengt sich hier wieder und damit wird auch alles wieder etwas „wuchtiger“. Der Teil macht mit seinen Bouldern, Kehrwässern und der ein oder anderen kleineren Stufe richtig Laune und ist ein toller Abschluss. Wer bereits genug hat und den letzten Teil nicht paddeln will, kann davor – auf der Höhe vom Camp Liza, rechts ausbooten.

Der reguläre Ausstieg der Koritnica befindet sich auf der rechten Seite, kurz vor der Soca-Mündung. Wer noch nicht genug bekommen hat paddelt aber noch auf der Soca das Teilstück bis Čezsoča (Ausstieg links direkt nach der Brücke).

 

 

 

Der Verein: Höchster Kanuclub Wiking 1921 e.V.

Der Verein zählt ca. 130 Mitglieder und bietet eine breite Range unterschiedlicher Sparten: Von Wanderfahrten, über Wildwassertouren, bis hin zu Stand-up-Paddling und Ski-Ausflügen ist für jeden was dabei.

Das Bootshaus ist eine kleine grüne Oase mitten in Frankfurt - um genau zu sein in Frankfurt Höchst. Ganz in der Nähe liegt die unter Naturschutz stehende Binnendüne, die Schwanheimer Düne. Bis zum Main sind es nur wenige Meter - von der Einstiegsstelle hat man übrigens einen fantastischen Blick auf das Höchster Schloss. Von hier startet das gemeinsame Paddeltraining, das die Paddler gerne mal mit einem kühlen Bierchen oder gemütlichen Grillabend abschließen.

Web: http://www.hkcw.de

Bei Fragen wende ich dich an den Sportwart Heribert (sportwart@hkcw.de) oder Geschäftsführer Siggi (geschaeftsstelle@hkcw.de). 
 

 


 

Allgemeine Informationen Slowenien 


Kajakfahren im Soča-Tal und seiner Umgebung ist auf Flussabschnitten und Seen möglich:

  • Fluss Soča (verschiedene Schwierigkeitsgrade),
  • Fluss Koritnica (geeignet für erfahrene Kajakfahrer),
  • See bei Most na Soči (geeignet für Anfänger),
  • Rabeljsko jezero (geeignet für Anfänger).

 

Für die Fahrt entlang der Flüsse Soča und Koritnica ist eine Genehmigung erforderlich. Bevor ihr zum Fluss fahren, informiert euch über die Befahrungsregelungen. Kanuschulen, die Abfahrten organisieren, stellen die notwendige Ausrüstung, einen professionellen Guide für die sichere Flussfahrt und den Transport zum Fluss und zurück zum Ausgangspunkt zur Verfügung.

 

Genehmigungen online kaufen
Für die Befahrung der Flüsse wird ein Paddelpass benötigt (das wird auch kontrolliert). Dieser kann meist direkt auf dem Campingplatz erworben werden. Es darf ausschließlich an den gekennzeichneten Stellen ein und ausgestiegen werden, daran sollte man sich auch unbedingt halten. Die Geldstrafen sind empfindlich, wenn man sich nicht daran hält und erwischt wird.
Unter folgendem Link könnt ihr Genehmigungen für die Nutzung von Ein- / Ausstiegspunkten erwerben: dovolilnice.dolina-soce.si

 
 

 

 

Mitmachen! Eure Vereinstour im KANU-SPORT und im Online-Magazin

Schickt uns eine E-Mail an redaktion@dkvgmbh.de mit einem Text und 3-4 schönen Fotos zu eurer Vereinstour, Bezirksfahrt oder einer Reise mit eurem Club. Egal ob nah oder fern - wir freuen uns sehr über euren Bericht.

Wir setzen uns mit euch in Verbindung und besprechen mit euch die Veröffentlichung: kanu.de, Social Media oder die Zeitschrift KANU-SPORT.
 

 


 


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