12. Oktober 2023

In drei Schichten passend gekleidet

Paddeln auf der Spree im Herbst (Foto: Falk Bruder)

Wer sich beim Paddeln Schicht für Schicht durchdacht kleidet, setzt auf das Zwiebelprinzip - und kann so die Möglichkeiten seiner Funktionsbekleidung voll ausschöpfen. Wir erklären, was es dazu zu wissen gibt.


Damit aber nicht nur die Wasserdichtigkeit von Außen gewährleistet ist, sondern auch die Atmungsaktivität perfekt funktioniert, muss die restliche Bekleidung den Wasserdampf ebenso gut vom Körper ableiten. Bereits eine „Dampfsperre“ unter der Außenschicht verhindert die komplette Funktionsweise der Membran.
Daher sind nicht nur die Materialien der Bekleidung an sich in verschiedenen Lagen aufgebaut, sondern auch die unterschiedlichen Bekleidungsschichten werden nach dem Zwiebelprinzip kombiniert. Das Zwiebelschalenprinzip, auch Zwiebelprinzip, bezeichnet eine Zusammenstellung der Kleidung, bei der mehrere Kleiderschichten von unterschiedlicher Dicke und Material miteinander kombiniert werden. Dabei werden die einzelnen Kleidungsstücke, ähnlich den einzelnen Schichten einer Zwiebel, übereinander angezogen.
Das entscheidene ist, dass die Kombination der Bekleidungsstücke ein neues Gesamtkonzept schafft, dass an die jeweiligen Wetterbedingungen angepasst ist. Je nach Bedarf werden „Schichten“ ergänzt oder weggelassen und man bleibt flexibel, wenn sich unterwegs die Bedingungen ändern. Wichtig ist beim Zwiebelprinzip, das es keinen Feuchtigkeits- und Luftstau direkt auf der Haut gibt. Die Nässe muss weg vom Körper, ansonsten kühlt die Haut stark ab und kann ausserdem nur schlecht atmen. Die Lagen auf der Haut sollten deswegen jede für sich sowohl atmungsaktiv als auch feuchtigkeitstransportierend sein.


Das Drei-Schichten-Prinzip

Klassisch unterscheidet das Zwiebelprinzip drei Lagen, wobei nicht festgelegt ist, dass es sich dabei tatsächlich immer um drei übereinanderliegende Kleidungstücke handeln muss. Bei kalten Bedingungen kann es sich durchaus lohnen, eine weitere Isolationsschicht unter die äußerste Lage zu packen, während im Sommer oft schon eine oder zwei Lagen genügen.

 



Erste Lage oder Baselayer
Die erste Lage im Zwiebelprinzip umfasst Kleidungsstücke, die direkt auf der Haut getragen werden. In erster Linie sind das Unterwäsche und Socken, die für den sportlichen Outdoor-Einsatz idealerweise aus feuchtigkeitsregulierenden Funktionsmaterialien – beispielsweise Merinowolle oder Kunstfaser-Gewebe – gefertigt sind. Baumwolle ist aufgrund der hohen Feuchtigkeitsaufnahme ungeeignet.


Zweite Lage oder Midlayer
Die zweite Lage sorgt als Isolationsschicht für Wärme und richtet sich daher sehr stark nach den jeweiligen Bedingungen und Anforderungen. Ob und wie viel Isolation gerade nötig ist, bestimmt man anhand der sportlichen Intensität und den Temperaturen. Die Möglichkeiten reichen von leichten Midlayer-Shirts über Fleecejacken bis hin zu mehr oder weniger dicken Isolationsjacken. Auch mehrere Schichten sind möglich; und auch hier gilt es hinsichtlich Atmungsaktivität und Feuchtigkeitsaufnahme auf die Funktionalität der Materialien zu achten.


Dritte Lage oder Outer Shell
Die Außenschicht übernimmt den Wetterschutz. Daher ist damit meist Wetterschutz-, Regen- oder Skibekleidung gemeint. Eine funktionale Außenschicht hält dank einer integrierten Membran Wind und Regen zuverlässig ab, während zumindest eine gewisse Atmungsaktivität weiterhin gegeben ist. So kann überschüssige Wärme und Feuchtigkeit entweichen. Gut zu wissen: Bei trockenen Bedingungen ist eine winddichte Softshelljacke oft die bessere Wahl, da das Material in der Regel eine bessere Atmungsaktivität bietet als sogenannte Hardshelljacken.

 

 


 

 

 


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