07. Februar 2024

Wie lagere ich...

Die richtige Lagerung von Kanus wirkt sich unmittelbar auf die Lebensdauer aus (Foto: pixabay.com)

Eine lange Lebensdauer von Kanu, Kajak, Canadier, Luftboot, Faltboot, Packraft, SUP und Co. fängt bereits bei der Wahl eines geeigneten Lagerorts an. Richtig gelagert bleibt das Boot unbeschadet und jederzeit bereit für den nächsten Einsatz. Wir geben euch einen Überblick, was ihr bei unterschiedichen Materialien in Bezug auf die wichtigsten Einflussfaktoren, die Schäden verursachen können beachten müsst: Nämlich bei Hitze, Feuchtigkeit und Belastung.

1. Hitze

Stelle sicher, dass dein Boot nicht extremer Hitze oder Frost ausgesetzt wird. Temperaturen über dem Gefrierpunkt und unter ca. 38 Grad Celsius sind ideal. Ständiges Einfrieren und Auftauen kann langfristig zu Verformungen oder Schäden am Material führen. Das bedeutet, dein SUP, Luftboot oder Kanu könnte brüchig oder beschädigt werden. Gerade bei PE-Booten darauf achten, dass sie keiner großen Hitze ausgesetzt sind. Polyethylen ist ein Thermoplast, das sich bei Hitze verformen kann. Deshalb das Boot im Idealfall in einem geschlossenen Raum (und dabei auch nicht direkt neben einer Hitzequelle) lagern.
Schlimmer noch als Hitze ist direkte Sonneneinstrahlung. UV-Strahlen bleichen nicht nur das Material, sondern sorgen auch dafür, dass der Weichmacher (wenn im Material enthalten) schneller raus geht. Thermoplaste beispielsweise werden über längere Zeiträume (trotz UV-Stabilisator) durch Sonnenlicht zuerstört. Die Lagerung der Boote sollte deshalb nach Möglichkeit – egal welches Material – sonnengeschützt erfolgen. Optimal ist ein dunkler Ort. Auch wenn die Materialien mittlerweile einiges abkönnen, wer sie bei der Lagerung schont, sorgt dafür, dass sie langsamer altern.

 

2. Feuchtigkeit

Feuchtigkeit greift das Material an und es besteht die Gefahr von Schimmel. Wenn du dein Boot nicht drinnen lagern kannst, nutze deshalb eine Überdachung oder kaufe eine Abdeckung, die sowohl wasserabweisend als auch UV-resistent ist, damit sich kein Regen oder andere Flüssigkeit im oder auf dem Boot ansammeln kann. Der  Abstand  der Plane zum  Boot  sollte mindestens zwei Zentimeter betragen.
Stelle beim Abdecken des außen gelagerten Bootes sicher, dass sich Schnee oder Regewasser nicht in einer Kuhle sammlen kann.  Regen oder andere Flüssigkeit sollte sich nicht im oder auf dem Boot ansammeln.
Sorge dafür, dass bei der Lagerung kein Wasser in das Cockpit und in die Stauräume  gelangen kann. Wer sein Boot außen lagert, sollte deshalb zum Schutz die Luken mit Lukendeckeln oder mit einer Persenning verschließen. Lasse dem Boot aber erst Zeit zu trocknen, bevor du es verschließt.
Wer sein Boot drinnen lagert, kann die Lukendeckel offen lassen, so dass Feuchtigkeit direkt abziehen kann.

 

3. Belastung

Der Punkt Belastung betrifft natürlich nur Festrumpf-Boote. Allgemein gilt hier: Kanus sind für den Einsatz im Wasser ausgelegt. Liegt ein Kajak oder Canadier für längere Zeit direkt auf dem Boden, kann (nicht muss) dies zu Verformungen führen. Vom Grundsatz her verformen sich PE-Materialien schneller als laminierte Boote, da letztere steifer sind und eine höhere Wärmeformbeständigkeit besitzen. Diese Formulierung ist allerdings allgemein. Bootstyp, genauer Materialaufbau oder das Herstellungsverfahren machen erhebliche Unterschiede. Je nachdem, ob es beispielsweise ein Knickspanter, ein profilierter Kiel oder ein flacher Boden ist, sind die möglichen Belastungen andere. Wie groß das Risiko ganz genau zu bewerten, ist eigentlich nicht entscheidend: Wer lange Freude an seinem Boot haben möchte, versucht grundsätzlich das Risiko von Lagerungsschäden zu vermeiden.  
 

Lagersysteme:
Für die längerfristige Lagerung von Booten bieten sich verschiedene Lagersysteme an, die man entweder selber herstellen oder direkt fertig kaufen kann:

  • Aufhängen von Booten an der Decke
  • Wandmontage für eines oder mehrere Boote
  • Mobile Bootsgestelle und Bootsanhänger
     

Egal für welches System man sich entscheidet.
Grundsätzlich gilt:

  • Das Gewicht gleichmäßig auf wenige Punkte verteilen: Bei der Lagerung über längere Zeit kann sich ein schlecht balanciertes Boot verziehen. Deshalb darauf achten, dass das Kajak nur an wenigen Punkten aufliegt und das Gewicht gleichmäßig verteilt ist. Dafür einfach darauf achten, dass die Seile oder Halterungen den selben Abstand zu den Enden des Kajaks haben.  
  • Vermeide Druckpunkte: Wenn das Kajak bei der Lagerung (zum Beispiel Wandmontage) festgezurrt wird, dann nur leicht fixieren, damit man nicht einen dauerhafter starker Druck erzeugt. 

 

Auf einem Blick...


Lagerung von PE- Booten

Wie lagere ich Boote aus Thermoplast?
Kajaks aus HTP lagert man am besten lichtgeschützt oder zumindest nicht direkten im Sonnenlicht. Ein geeigneter Lagerort im Freien bietet Schutz vor UV-Strahlung und Feuchtigkeit sowie die Möglichkeit das Kajak abzusperren. Mit Gurtsystemen oder Wandhalterungen kann man die Kajaks platzsparend, auch in Innenräumen, lagern. Es sollte darauf geachtet werden, dass das Kajak keinen extremen Temperaturen ausgesetzt ist. Ein Lukendeckel hilft bei der Lagerung Insekten, Staub und anderes aus dem Boot fern zu halten.
Vor einer längeren Lagerung sollte das Kajak außen und innen geputzt werden. Bei der Lagerung des HTP Kajaks ist es wichtig, dass das Gewicht gleichmäßig verteilt ist damit es sich nicht verformt. Druckpunkte sollten vermieden werden. Wenn das Kajak im Freien gelagert wird empfehlen wir es diebstahlsicher zu machen.

 

 


Lagerung von Canadier

PE- oder Composite-Canadier

Jeder Kunststoff altert durch UV-Strahlung, daher ist es günstig das Boot an einem schattigen Platz zu lagern. Dieser kann durchaus im Freien sein. (Ausnahme: Holzrand-Canadiern nicht im Freien lagern! Wichtig ist ausreichende Belüftung, um Schäden an den Holzteilen zu vermeiden.) Lagere deinen Canadier so, dass sich kein Wasser im Rumpf sammeln kann. Am besten kieloben auf zwei kleinen Böcken. Achte darauf, dass der innere Süllrand sich nicht nach innen drückt, zum Beispiel durch das Unterlegen kleiner Schaumstoffstücke im Randbereich. Ein PVC-Süllrand kann sich bei extremer Hitze verformen, deshalb sollte das Boot nicht unter solchen Bedingungen gelagert werden. In einer Garage kann das Boot an Gurten aufgehängt werden. Bedecke das Boot nicht über längere Zeit mit einer aufliegenden Folie, Kondenswasser und Licht könnten zu Verfärbungen der Außenhaut führen. Ein Foliendach mit genügend Abstand zum Boot ist kein Problem. Lagere die Sitzbänke nicht im Freien.

 

 


Lagerung von Luftbooten

Vor Licht, Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit schützen

Am besten ist es, das Boot im leicht aufgeblasenen Zustand zu lagern. Sollte zu wenig Platz vorhanden sein, kann man das Boot locker zusammenlegen – auf keinen Fall das Boot, während der Lagerung, eng verschnüren oder mit hohem Gewicht belasten. Knickstellen vermeiden! Das Boot soll vor der Lagerung gründlich gereinigt und getrocknet werden. Den Lagerplatz so wählen, dass es vor direkter Sonneneinstrahlung, extremen Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit geschützt ist.

 

 


Lagerung von laminierten Booten

Am besten liegt das Boot in einem Gebäude. Dort ist es vor UV-Strahlung geschützt und altert langsamer.
Laminierte Boote können in einem abgepolsterten Bootsgestell oder auf gepolsterten Böcken gelagert werden. Man kann sie auch an stabilen Gurten unter die Decke hängen.
Sorge dafür, dass bei der Lagerung kein Wasser in das Cockpit und in die Stauräume gelangen kann. Zum Schutz können die Luken mit Lukendeckeln oder mit einer Persenning verschlossen werden. Lasse dem Boot Zeit zu trocknen, bevor du es verschließt.

 

 


Lagerung von Faltbooten

Immer wieder taucht die Frage auf, ob man ein Faltboot aufgebaut oder in der Packtasche lagern soll. Selbstverständlich kann das Boot zusammengefaltet in der Tasche gelagert werden. Das ist gerade einer der Vorteile portabler Boote. Wichtig ist allerdings eine trockene Lagerung. Das heißt, sowohl das Boot an sich sollte nicht feucht eingepackt und gelagert werden, sondern auch der Lagerplatz selbst sollte trocken sein. Möchte man sein Faltboot aufgebaut lagern, so ist es wichtig, dass man den Druck der Luftschläuche verringert und dem Boot möglichst eine flache Auflage ermöglicht. Ein Faltboot sollte hin und wieder abgebaut werden, auch um die Verbindungselemente zu kontrollieren und gegebenenfalls zu pflegen.

 

 

 


 

 

 


Diesen Artikel sowie weitere Touren, Beiträge und Themen findest du im KANU-SPORT 2/2021:

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