20. Oktober 2022

Wie wild darf Kanuwandern sein?

Leichtes Wildwasser kann den Paddler fast überall überraschen. Besser also, wenn man vorbereitet ist. (Foto: Rainer Nieger)

Sollten Kanuwanderer WW-Basics beherrschen? Die Antwort lautet eindeutig: Ja! Wir listen euch Situationen beim Kanuwandern auf, mit denen Paddler immer mal konfrontiert werden und zeigen euch, wie hier das Wissen um und idealerweise auch Anwenden von WW-Grundlagen ein sicheres, und  sportlich-spannendes Paddeln ermöglicht.

Von Rainer Nieger (Kanulehrer bei WasserFest)
 

Solche Situationen können Wehre sein, Schwälle, Stromschnellen, enge Kurven mit Baumhindernissen, Hochwasser, Hindernisse wie Steine, Bäume und so einiges mehr. Hier gilt es dann zu allererst an die Sicherheit zu denken, wie z.B. das Anhalten, Erkunden/ Aussteigen vor einer potentiellen Gefahrenstelle.
 

Das geht einher mit:

  • Mehr Routine: Lesen/ Einschätzen der Gewässer, auch bei unterschiedlichen Wasserständen
  • Mehr Gewässeroptionen: Kleinflüsse, Bäche etc. mit technisch anspruchsvollen und sportlichen Abschnitten

Das kommt von alleine:

  • Mehr Spaß, spannende Herausforderungen mit Erfolgserlebnissen

Das kann dabei herauskommen :

  • Einen Fluss "ausfahren" - nicht nur geradeaus und schon ist man durch und der Spaß ist vorbei. Beim gezielten "Ausfahren" hat man viel länger Spaß auf dem Wasser
   

Kann man mit einem Wanderkajak WW-Fahren?


Ja das geht!

  • Kehrwasserfahren ist durchaus möglich: Der Radius ist beim Eindrehen durch die fehlende Wendigkeit (bedingt durch die Bauform) natürlich größer als beim WW Kajak. Daher ist genaue zielgerichtete Anfahrt auf den obersten Punkt des Kehrwassers sehr wichtig. Jeder Zentimeter kann jetzt der entscheidende sein, um das verhältnismäßig lange Kajak ins Kehrwasser einfahren zu lassen. Hier sollte man dann die relative Schnelligkeit des Kajaks ausnutzen und das Kehrwasser dynamisch anfahren.
    Foto rechts - Kante im Kehrwasser: Hier sieht man recht deutlich, dass ein Wanderkajak nicht die Wendigkeit eines WW-Kajaks erreicht- aber es funktioniert – eine gute Kante vorausgesetzt. Und über die sonst so tückische Verschneidungszone fährt das längere Kajak doch recht schnittig und sicher.
  • Kanten geht auch: Hier sollte das Boot gut/ eng eingestellt sein (Prallplatte/ Fußstütze ggfs. Fittings: "Performance vor Bequemlichkeit"
   
  • Traversieren ist Top: wenn man einmal den richtigen Winkel mit dem Kajak eingenommen hat läuft es "wie auf Schienen"
  • Surfen geht auch
    Foto recht - Wenn die Surfwelle ein einigermaßen großes Wellental hat fängt der Surfspaß auch mit einem Wanderkajak an- es liegt sogar recht stabil und sicher in der Welle.
  • Walzen können "durchbrettert" werden - Länge läuft!
   

 

 

    

 

Was sind die Voraussetzungen?

 

1. Die richtigen Paddeltechniken

2. Strömungslehre: Das Lesen der Strömung ist ``die halbe Miete``

3. Beherrschung des WW-ABC

 

Seit über 30 Jahren aktiv im Wildwasser: Rainer Nieger


Über den Autor: Da kommt einiges an Erfahrung und WW-Know- How zusammen.  Die ersten WW-Erlebnisse begannen noch in der Taifun-Ära:  Große voluminöse Kajaks tummelten sich im Kehrwasser und Helme gab es nur in den Farben rot und gelb. Rainer hat so ziemlich alle Bootstypen und Trends miterlebt und findet trotz der Vielzahl moderner WW-Kajaks immer noch Spaß und Herausforderung, sich dem WW auch mal mit Wander- oder Crossoverkajaks zu stellen. Diese Erfahrungen bringt er in den (WW)- Kursen von WasserFest ein. Von Einsteigerkursen für komplette WW- Neulinge über Aufbaukurse, sowie individuelle Privatkurse kann hier jeder das WW- ABC erlernen und perfektionieren. Ein besonderer Tipp für sportlich ambitionierte Kanuwanderer sind die Kursformate "Kajak und Canadier Sportiv" in NRW oder die Kajakexpeditionen in Schweden. Wichtig ist dem Team von WasserFest, das Schulen einer eleganten, fehlerfreien WW- Technik und dem Hinbringen der Teilnehmer zu einem realistischen und spaßvollen Umgang im WW. Möglich ist das in Kursen in den WW-Parks von Lippstadt und Holibu, der Oker oder den 1- wöchigen WW-Camps an der Soca, Salza oder Schweden.

Weitere Infos: www.wasserfest.net

 


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