25. Mai 2023

TechnikCheck: Fahrmanöver im Tandem - Die Basics

Fahren im Tandem-Canadierbedeutet gute Übung in Kooperation, Kommunikation und Koordination (Foto: Michael Schaz-Kunze)

Nachdem in dem Beitrag "Fit für den Canadier" die grundlegenden Paddelschläge für Canadierfahrerinnen und –fahrer beschrieben wurden, möchten wir nun die wichtigsten Schläge für Fortgeschrittene und Fahrmanöver im Zweier-Canadier vorstellen. Im ersten Step geht es um die Basics: vorwärts, rückwärts und nicht kentern!

Von Petra Schellhorn, Frankfurt/M.
Grafiken mit freundlicher Genehmigung des Thomas Kettler-Verlages aus: „Stechpaddel Fahrschule“ (Franz Riegel, Dieter Raffler)

 


Fahren im Tandem-Canadier …

… ist eine gute Übung in Kooperation, Kommunikation und Koordination. Jeder Paddler sollte wissen, was der andere tut und wie das Boot auf die Paddelschläge reagiert. Eine effektive Teamarbeit erfordert viel Übung.
Der Heckpaddler hat den besseren Überblick über das Boot, sitzt näher am Drehpunkt und bestimmt leichter die Richtung des Bootes, er ist somit der Steuermann. Der Bugpaddler dagegen kann Hindernisse früher erkennen, den Heckpaddler warnen und schnell reagieren.
Vorder- und Hintermann paddeln auf unterschiedlichen Seiten; die Sitzposition ist weit außen, dicht am Süllrand und gibt dem Boot Stabilität. Nach längeren Paddelstrecken wird öfters die Paddelseite gewechselt. Dies sollte synchron nach Absprache geschehen. Anfangs verläuft die Kommunikation noch verbal, doch je länger zusammen gepaddelt wird, desto mehr stellen sich die beiden Paddler aufeinander ein und können ihre Aufmerksamkeit auf die Umgebung und das Wasser lenken.

 


Techniktipp!

Für einen guten Geradeauslauf sollte der Canadier eine gute Trimmung aufweisen, d.h., weder ist das eine Bootsende höher als das andere noch neigt sich das Boot zu einer Seite. Ein buglastiges Boot tendiert zum Eintauchen, ein hecklastiges ist schwer zu steuern. Bei unterschiedlich schweren Paddlern ist es hilfreich, Gepäckstücke in Richtung der leichteren Person zu laden.

 

 

 

Die Basics: Vorwärts, rückwärts und nicht kentern

 

Geradeausfahrt

Gemächliche Strömung oder stiller See – hier ist effektive Geradeausfahrt gefragt.
Beim Paddeln im Tandem sollten die Schläge synchron sein (Beginn und Ende zur gleichen Zeit), um den maximalen Vortrieb zu erhalten. Beide Kanuten paddeln mit sauber ausgeführten Grundschlägen vorwärts (Vorwärtsschläge).
Allerdings dreht sich das Boot wegen der näher am Drehpunkt befindlichen Position des hinteren Paddlers dessen Paddelseite weg. Hier kann dieser durch ab und zu eingesetzte Steuerschläge (Heckhebel oder J-Schlag)  das Boot auf Kurs halten. Bei allzu starken Kursabweichungen kann der vordere Paddler durch Bogenschläge ausgleichend mithelfen.
Mit einer guten Kommunikation zwischen den beiden Kanuten gelingt eine kräftesparende Fahrt.

 

Der Heckhebel
Der Vorwärtsschlag

 

 

   

 

Rückwärtspaddeln

Bei Bedarf, z.B. bei Annäherung an ein Hindernis, kann der Rückwärtsschlag eingesetzt werden. Er entspricht im Prinzip dem umgekehrten Bewegungsablauf des Vorwärtsschlags und kann – kraftvoll mit dem Paddel von hinten nach vorne ausgeführt – das Boot aus voller Fahrt auf kurzer Strecke zum Stoppen bringen.
Rückwärtspaddeln wird auch bei der Seilfähre rückwärts in stärkerer Strömung angewendet, damit der Canadier in Fahrtrichtung seitlich versetzt wird und Hindernissen im Stromzug ausweicht.

 

Grundschlag rückwärts
 


Die Paddelstütze

Die Paddelstütze hat so manche Kenterung verhindert. Grundsätzlich lässt sich ein leichtes Kippen des Canadiers mit einen beliebigen Paddelschlag abfangen, denn jeder Schlag hat während seiner Ausführung eine stützende Wirkung. Aber mit flacher oder hoher Paddelstütze kann ein schon recht stark gekipptes Boot wieder aufgerichtet werden.

Flache Paddelstütze: Das Paddel wird mit der Rückseite quer zum Boot flach auf die Wasseroberfläche gedrückt. Der Paddler fängt das Kippen ab, indem er das Paddel Richtung Bug führt und sich kräftig hochstützt. Richtig ausgeführt, zeigt die Griffhand nach oben und der äußere Ellenbogen befindet sich über dem Paddelschaft. Durch Aufrichten der Hüfte richtet der Paddler das Boot gleichzeitig mit auf.

Hohe Paddelstütze: Hierbei lehnt sich der Paddler im rechten Winkel zum Boot weit heraus und taucht das Paddelblatt mit der Arbeitsseite parallel zum Boot ins Wasser. Nun zieht er das Paddel kräftig an sich heran.
 

Die flache Paddelstütze (Foto: Michael Schaz-Kunze) Die hohe Paddelstütze (Foto: Michael Schaz-Kunze)

 


Techniktipp!

Wichtig: bei beiden Stütz-Techniken braucht das Paddel Gegendruck, sonst wird es ins Wasser sinken und eine Kenterung nicht verhindern können.

 

 

 

 


 

 

 


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