13. Mai 2021

Ehrenamtliches Engagement: Nicht wegzudenken

Ökoschulung, Foto: Gabriele Koch

Der breiten Öffentlichkeit ist gar nicht bewusst, wie wichtig ehrenamtliche Tätigkeit ist und was alles nicht funktionieren würde, sollte ehrenamtliches Engagement wegfallen.

Von Ulrike Schreck, Vizepräsidentin Verbandsentwicklung

 

„Wer meckert, muss auch Verantwortung übernehmen“, so ähnlich könnte man es auch sagen. Gegen konstruktive Kritik ist nichts einzuwenden, ganz im Gegenteil.
Für so viele Dinge braucht man viele kleine Rädchen, die letzten Endes das Uhrwerk bewegen. Am Beispiel einer Kanuwandertour betrachtet z.B.: Auskundschaften und Festlegung der Strecke, Buchung der Übernachtung und der Verpflegung, Transport, Einladung erstellen und versenden, Anmeldungen und Teilnahmegebühren verwalten. Auch eine Schulung oder Fortbildung organisiert sich nicht von alleine, ebenso keine Jugendfreizeiten, Trainingslager oder Wettkämpfe.
Wer also der Meinung ist, dass im Verein, Landes- oder Bundes-Verband etwas geschehen muss, sollte anfangen, sich selbst zu engagieren und er wird erfahren, dass er dabei viel lernen kann und auch jede Menge Spaß haben wird.
Natürlich muss in erster Linie eine Aufgabe erledigt werden, das bedeutet Arbeit. Aber am Ende zählt das Ergebnis. Und das könnte ein schönes Paddelwochenende entlang eines malerischen Flusses sein, mit Lagerfeuer auf dem Zeltplatz und Gitarre. Für eine Familie alleine kann das viel Stress bedeuten, Route aussuchen, Zeltplätze anfragen, einkaufen... Gemeinsam mit Gleichgesinnten aus dem Verein ist solch ein Wochenende allerdings schnell organisiert, denn geteilte Arbeit ist nun einmal halbe Arbeit. Und letztendlich entsteht so ein tolles Erlebnis, das nicht nur für schöne Erinnerungen sorgt, sondern gleichzeitig die Gemeinschaftsgefühl stärkt und damit auch den Verein.
Denn darum geht es doch in einem Verein: Gemeinschaft. Als Vereinsmitglied entscheidet man sich bewusst für das Miteinander mit anderen Menschen, die die gleichen Interessen haben. Man möchte dort andere Leute treffen und mit ihnen Zeit verbringen, Dinge erleben, Erlebnisse teilen. Und genauso wie vieles in der Gemeinschaft sehr viel mehr Spaß macht, ist es auch mit dem Ehrenamt.
Mit der Nachwuchsarbeit verhält es sich ähnlich. Kinder und Jugendliche sind die Zukunft unseres Sports, aber auch die Sicherung der Vereine. Ohne aktive Nachwuchsförderung würden Vereine überaltern und irgendwann sogar sterben. Wofür wurde das schöne Vereinsheim gebaut und gepflegt? Vereinsboote angeschafft, wenn sie nie bewegt werden? Natürlich geht es bei der Arbeit mit jungen Menschen oftmals trubelig zu und an manchen Nachmittagen ist es auf dem Vereinsgelände mit der Ruhe vorbei, aber das Ergebnis ist das Ziel: ein gesunder und lebendiger Verein, der auf einer breiten Mitgliederbasis steht. Jugendarbeit erfordert Fingerspitzengefühl und manchmal auch ein dickes Fell und starke Nerven, aber dafür hat man die Möglichkeit, die Schönheit unseres Sports, Gemeinschaftsgefühl und ein gutes Sozialverhalten an die folgenden Generationen weiterzugeben und diese dadurch positiv zu prägen. Abgesehen davon ist es auch für die Betreuenden ein schönes Erlebnis, wenn die Kinder strahlen, weil die Kenterrolle nach unzähligen vergeblichen Versuchen endlich klappt oder ein sehr zögerliches Kind sich ein Herz nimmt und am Ende das Wildwasser bewältigt.


Kein Wettkampf ohne Ehrenamt

Einen Teil des Deutschen Kanu-Verbandes und auch des Vereinslebens macht der Wettkampfsport aus, der ebenfalls nicht ohne das Ehrenamt umsetzbar wäre. Auf der einen Seite gibt es die Trainerinnen und Trainer, die Betreuerinnen und Betreuer. Auf der anderen Seite stehen die vielen fleißigen und helfenden Hände, die eine Wettkampfveranstaltung überhaupt erst möglich machen. Es geht los bei der Einweisung zum Trailer- oder Campingplatz und Verteilung der Startnummern über die Verpflegung der Teilnehmenden bis hin zu Starthelfern, Kampfrichterinnen und -richtern. Nicht zu vergessen die Vorbereitung der Strecke, die Verwaltung der Anmeldungen und der Finanzen. Die Liste der zu erledigenden Arbeiten ist schier endlos. Aber zu guter Letzt stehen dort viele strahlende und glückliche Teilnehmende, denen man eine professionelle und gute Veranstaltung geboten hat. Dieser Lohn ist doch den ehrenamtlichen Einsatz wert und es wird einem vielfach gedankt.
Leider wird man allzu oft gefragt „Und was hast du davon, dich ehrenamtlich zu engagieren? Was bekommst du dafür?“ Neben den schon erwähnten Beispielen gibt es so viele Dinge zu nennen. Durch gemeinsame Unternehmungen sind schon viele neue Freundschaften entstanden, häufig und Landes- und Bundesgrenzen hinaus, man hat Herausforderungen angenommen, die sich einem außerhalb des Vereins gar nicht gestellt hätten und an denen man gewachsen ist, der eigene Horizont wurde durch Aus- und Weiterbildung erweitert. Durch ehrenamtliches Engagement hat man außerdem die Möglichkeit, seine Umgebung mit zu prägen und weiterzuentwickeln, was einem auch Anerkennung in der Gesellschaft verschafft und oftmals wirkt sich die Ausübung eines Ehrenamtes auch positiv im Berufsleben aus.
Zusammengefasst ist zu sagen, dass es ohne das Ehrenamt kein Vereins- und Verbandsleben geben würde und daher sollte es unser aller Ziel sein, aktiv für das Ehrenamt zu werben und neue Ehrenamtler zu motivieren. Denn wer von der Gesellschaft etwas fordert, muss auch etwas an sie zurückgeben.

 

 

Ehrenamtler im Portrait

In loser Folge werden einige ehrenamtlich Engagierte und deren Aufgaben vorgestellt.

 

Engagiert? Ehrenamts-Helden im Porträt!

Wie? In eurem Verein gibt es eine(n) Held(in), dessen Einsatz Anerkennung verdient? Schickt uns eine E-Mail an
redaktion@dkvgmbh.de

Wir setzen uns mit euch in Verbindung und besprechen mit euch die Veröffentlichung auf kanu.de, Social Media oder die Zeitschrift KANU-SPORT.
Wir freuen uns auf eure Zusendungen!

 

 


 


 


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