08.11.2016 | Kanu-Freizeit

Sandy Robson paddelt in fünf Jahren von Deutschland nach Australien

Was der Deutsche Oskar Speck im Alter von 25 bis 33 Jahren zwischen 1932 und 1939 vormachte, hat nun die 47-jährige Australierin Sandy Robson erfolgreich nachgemacht.

Am 14.5.11 startete sie Ulm aus auf der Donau und am 2.11.16 erreichte sie die australische Saibai Island (ein Vorposten Australiens, der nur wenige Kilometer südlich von Papua-Neuguinea liegt).

Vier Etappen hat sie dafür benötigt, wobei sie immer mal wieder größere Land- bzw. Meerespassagen per Auto oder Schiff überwand:

1.    Etappe: Ulm => Nord-Zypern:14.5.11 – 29.9.11
(4.233 km in 103 Paddeltagen)

2.    Etappe: Indien (Westküste bis vor Sri Lanka): 1.12.12 – 20.3.13
(2.240 km in 65 Paddeltagen)

3.    Etappe: Rund Sri Lanka und Ostküste Indiens: 22.3.13 -29.8.13
(3.196 km in 72 Paddeltagen)

4.    Etappe: Bangladesch (teilweise) => Myamar (teilweise) => Thailand => Malaysia => Sumatra, Indonesien => Papua-Neuguinea => Saibai Island (Australien): 8.11.14 – 2.11.16
(13.084 km in 410 Paddeltagen).

Insgesamt legte Sandy Robson während der 650 Paddeltage an die 22.753 Kilometer zurück (zum Vergleich brachte es Oskar Speck auf knapp 50.000 km, da er zwischendurch weniger Auto-/Schiffspassagen unternommen hatte).

Gepaddelt ist sie anfänglich mit einem LETTMANN-Kajak, dem „Magellan“ (550x58 cm; ca. 367 Liter Vol.), und zum Schluss mit einem PE-Kajak von TAHE, „Reval Midi“ (515x56 cm). Zwischendurch war sie wohl auch noch mit einem Faltboot unterwegs.

Warum Sandy Robson sich solchen Strapazen unterzieht, kann man ihrer Homepage www.sandy-robson.com nicht entnehmen. Wohl aber verweist sie auf ein – wirklich sehenswertes – Video von Antoni Murcia:

und merkt dabei an, dass es u.a. gerade solche Naturerlebnisse sind, die ihr die Kraft gaben, immer weiter und weiter zu paddeln.

Was Sandy Robson da in den letzten 5 ½ Jahren unternommen hat - und Freya Hoffmeister immer wieder unternimmt - ist für „Normalpaddler“ schwer nachvollziehbar und vielleicht nur mit dem Verweis auf ein „Entdecker-Gen“ begründbar, das einen dazu veranlasst, der „Guten Stube“ daheim den Rücken zu kehren. Leider ist jedoch auf unserem Globus – bis auf die Tiefsee – nahezu alles entdeckt. D.h. für die Menschheit gibt es kaum noch etwas Neues auszukundschaften … was natürlich nicht heißt, dass das einzelne Individuum das alles schon kennt. Ist das etwa die Quelle der Motivation des Long-Distance-(Sea)-Kayaking?

Text: Udo Beier

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