08.04.2022 | Sportlich orientierte Rallye-Fahrten

Internationaler Wesermarathon - Eine Märchenregion lädt zur „schönsten Schinderei im Frühling“ ein

Nachdem der 50. Wesermarathon zuletzt aufgrund der Corona-Pandemie zwei Mal abgesagt werden musste, findet er nun dieses Jahr am 1. Mai 2022 statt.
© KC Fulda

Lange mussten sie warten, nun lockt die 50. Auflage des Internationalen Wesermarathons vor allem die sportlich ambitionierten Paddler wieder nach Hann. Münden am Zusammenfluss von Werra und Fulda. Vor ihnen liegt eine Tour im märchenhaften Wesertal – eine der schönsten Paddelstrecken in Mitteldeutschland. Märchenhaft ist es nicht nur wegen seiner idyllischen, sanft-hügeligen Ufer und der romantischen Fachwerkstädtchen, sondern auch wegen der zahlreichen Schauplätze aus den Märchen der Brüder Grimm. Darüber hinaus erinnert dieser Abschnitt der Weser auch an die Lügengeschichten eines Freiherrn von Münchhausen (Geburtsort Bodenwerder), die Taten des Wanderarztes Dr. Eisenbart (Sterbeort Hann. Münden) und an die Sage vom Rattenfänger in Hameln.

Schade eigentlich, dass sich die Teilnehmer am Wesermarathon den Märchenschlössern, versteckten Burgen, altehrwürdigen Klöstern sowie all den Zeugnissen der Weserrenaissance kaum werden zuwenden können, denn der anspruchsvolle Paddel-Marathon verlangt ihnen vor allem aufgrund der Länge der Etappen eine Menge ab. So muss für die Bronze-Plakette von Hann. Münden bis Beverungen (53 km) gepaddelt werden, für Silber bis Holzminden (80 km) und wer es für Gold bis zum Zielort Hameln schaffen will, muss gar 135 Kilometer hinter sich bringen. So anstrengend die Fahrt auch ist, so interessant ist sie zugleich. Bereits zu Beginn, wo linkerhand der Reinhardswald die Uferkulisse bildet, wird die Märchenwelt lebendig: Tief im Wald befindet sich hier das Dornröschenschloss Sababurg, in Oberweser-Oedelsheim kündet eine übermannsgroße Holzskulptur des Gestiefelten Kater von dessen Taten, Gieselwerder ist als Schneewittchendorf bekannt, auf der Trendelburg bei Bad Karlshafen soll sich das Märchen von Rapunzel zugetragen haben und die hoch über der Weser gelegene Burg Polle gilt als Aschenputtels Heimat.

Ihr Etikett als „schönste Schinderei im Frühling“ hat die Tour jedenfalls zu Recht. Ihre Attraktivität wird auch durch die Teilnehmerzahl belegt: 2018 nahmen rund 1400 Paddler an dem Marathon teil, die meisten kommen aus Deutschland, aber auch aus Dänemark, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz sind schon Teilnehmer mitgepaddelt. Unabhängig von der gepaddelten Strecke erhält jeder Teilnehmer als Erinnerung an das Paddelerlebnis eine Medaille sowie einen Bootsaufkleber.

Anlässlich des Jubiläums-Marathons plant der Veranstalter Mündener Kanu-Club eine Bilderausstellung über Erlebnisse, Erinnerungen und auch Kuriositäten aus 50 Jahren Wesermarathon und bittet aus diesem Grund die Teilnehmer vorab um Einsendung geeigneten Bildmaterials. Darüber hinaus wird es am Nachmittag des 30.4. eine Ehrung langjähriger Marathon-Teilnehmer im Bootshaus des Vereins geben. 

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