08.03.2024 | Sportlich orientierte Rallye-Fahrten

Weser-Tidenrallye:
Sportliche Wettfahrt gegen den Strom

Kanu-Gemeinschaftsfahrten finden auf der Weser einige statt und jede hat ihren ganz eigenen Charakter, auch die Weser-Tidenrallye. 330 Wassersportlerinnen und Wassersportler begaben sich bei der 30. Weser-Tidenrallye Ende Mai 2022 auf die Strecke von Nordenham zum Silberziel nach Rönnebeck (33 km) bzw. zum Goldziel nach Bremen-Lesum (44 km). In diesem Jahr findet am 11. Mai nun die 31. Auflage der für alle mit Muskelkraft angetriebenen Wasserfahrzeuge ausgeschriebenen Gemeinschaftsfahrt statt.
Weser-Tidenrallye

Seit 1973 ist die Weser-Tidenrallye eine beliebte und zugleich herausfordernde Gemeinschaftsfahrt im Kalender der Kanu-Breitensportler. Nachdem sie zunächst jährlich stattfand, wird sie mittlerweile von einem Team des Landes-Kanu-Verbandes Bremen in zweijährigen Abständen organisiert.
Das Besondere an der Tidenrallye ist die Fahrt flussaufwärts. Für Binnenpaddler erscheint es zunächst kaum vorstellbar, gegen einen starken Strom wie die Weser zu paddeln, aber der Gezeitenstrom macht es möglich. Das bedeutet aber auch, dass die Strecke innerhalb der Zeit des auflaufenden Wassers bewältigt werden muss, da sich ansonsten die Strömung umkehrt und den Paddlerinnen und Paddlern das Leben schwer macht. Aufgrund dieser Wettfahrt mit dem Gezeitenstrom ist die Weser-Tidenrallye zumindest in Deutschland, wenn nicht gar weltweit, einzigartig.
Bei der ersten Veranstaltung 1973 gab es 437 angemeldete Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Nachdem die Tidenrallye sich etabliert hatte, nahmen in den Folgejahren bis über 2000 Wassersportlerinnen und -sportler aus ganz Deutschland und den Nachbarländern an diesem Großereignis teil. Damals war es noch möglich, vom Strand vor dem Wassersportverein (WSV)
 einen Massenstart durchzuführen.
Inzwischen sind die Ufer der Weser aufgrund zahlreicher Flussvertiefungen für die Berufsschifffahrt derart verschlickt, dass der Ein- und Ausstieg nur an ausgewählten Stellen möglich ist. Auch der Strand von Nordenham gehört bedauerlicherweise zu den Opfern der Verschlickung. Daher wird inzwischen im Sportboothafen Großensiel gestartet. Wenn die Boote zum Start zu Wasser gelassen werden, sind weite Teile des Hafens noch nahezu trocken bzw. verschlammt. Aber zum Startzeitpunkt hin verschwinden die Schlickränder, und nach dem Startsignal geht es im großen Pulk gemeinsam auf die Weser, vorbei am stillgelegten Atomkraftwerk Esenshamm, an den Einmündungen von Schweiburg. Lune und Drepte. Weiterhin werden die Weserinsel Strohauser Plate, die Fähre Brake-Sandstedt, Brake und seine Hafenanlagen sowie die Weserinsel Harriersand passiert. Vorbei an der Huntemündung, dem ehemaligen Bunker Valentin und der Fähre Farge erreichen die Paddlerinnen und Paddler dann das Silberziel beim Kanu-Club (KC) Rönnebeck.
Wer weiter fährt, passiert die Roland-Werft, die Fähre Blumenthal-Motzen, die ehemalige Wollkämmerei und die ehemalige Vulkan-Werft sowie die Fähre Lemwerder. Schließlich wird in Vegesack die Weser verlassen und in die Lesum eingebogen. Nach der Passage des Sturmflutsperrwerks ist 3 Kilometer weiter das Goldziel beim Gelände der Kanusportabteilung des Turn- u. Rasensportvereins (TURA) in Bremen-Lesum erreicht.
Für die Teilnehmer gilt nicht nur die Strömung der Weser als Herausforderung. Vielmehr können die Windverhältnisse, ihre Stärke und Richtung wesentlich mitbestimmen, ob gutgelaunte Paddler am Ziel aus ihren Booten steigen oder ob sie sich mit letzter Kraft an Land ziehen. So notierte der Chronist beispielsweise für 1978, dass ein Massenstart durch starken Wellengang verhindert wurde, dass 1984 die Rallye wegen zu starken Windes in Berne abgebrochen werden musste, dass es 2002 eine Unwetterwarnung gab und es 2004 gar hagelte. Ordentlich „Schiebewind“ machte dagegen die 25. Auflage der Fahrt 2010 zur bisher schnellsten Tidenrallye. Wie auch immer sich Wetter und Windverhältnisse gestalten, die Rallye-Paddler werden in jedem Fall von Booten der Wasserschutzpolizei, DLRG und motorisierten Wassersportkameraden begleitet.
Als Lohn für ihre Paddelanstrengungen erhalten alle innerhalb der vorgegebenen Zeit am jeweiligen Streckenziel ankommenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Urkunde sowie gegen Aufpreis eine Medaille mit dem Motiv der Veranstaltung. 
Neben der eigentlichen Weser-Tidenrallye umfasst das Rahmenprogramm traditionell zwei Vorfahrten, 
so am 8./9. Mai von TURA bis zum Harriersand mit dortiger Übernachtung (eigene Zelte). Nach einem Imbiss auf dem Zeltplatz erfolgt am nächsten Tag dann die Weiterfahrt nach Nordenham.
Am 9. Mai bietet eine 30 Kilometer lange Fahrt mit Start und Ziel beim WSV Nordenham Gelegenheit, die Insel Harriersand zu erkunden.
Am Vortag der eigentlichen Rallye steht für angemeldete Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Besichtigung der Fassmer-Werft auf dem Programm und am Abend gibt es einen Vortrag mit Vorstellung der App „Wattpaddler“.

Weitere Informationen und Anmeldung: www.weser-tidenrallye.de

Weser-Tidenrallye
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