27.10.2020 | Historisches Erbe und Kunst/Kultur

Agnes Bernauer-Gedächtnisfahrt

Nachdem es bis Anfang der letzten Oktoberwoche noch Hoffnung gab, die diesjährige Agnes-Bernauer-Fahrt auf der Donau von Vohburg nach Kelheim auf der Basis eines den geltenden Pandemieregeln Rechnung tragenden, ergänzenden Teilnahmekonzeptes durchführen zu können, ist dies nach den jüngsten Lockdown-Beschlüssen vom 28. Oktober leider nicht mehr möglich. Damit muss auch diese traditionsreiche Fahrt aufgrund der Corona-Krise 2020 ausfallen.
© H. Herden/KC Donauwörth

Unterwegs auf der Donau - Herbstliche Referenz an eine tragische Geliebte

Die Donau inmitten der Kulisse des Herbstwaldes in seiner schönsten Farbenpracht erleben alljährlich über 100 Paddler bei der Agnes Bernauer-Gedächtnisfahrt. Die Kanuten aus Bayern und weiteren Bundesländern erinnern mit dieser Traditionsfahrt an das traurige Schicksal der „schönen Bernauerin“ und Geliebten des bayerischen Herzogs Albrecht III. Die Baderstochter aus Vohburg wurde am 12. Oktober 1435 auf Veranlassung des Herzogs Ernst von Bayer, Vater von Albrecht III., bei Straubing in der Donau ertränkt. Erich Köhler, ehemals Gastwirt in Vohburg und passionierter Paddler, rief 1985 die 28 Kilometer lange Gedächtnisfahrt von Vohburg nach Kehlheim ins Leben. Sie gilt heute trotz des späten Termins im November als eine der bestbesuchten Kanusport-Gemeinschaftsveranstaltungen im süddeutschen Raum. 

Gepaddelt wird zunächst von Vohburg bis zum Kloster Weltenburg, wo sich Gelegenheit zu einer Rast bietet. Auf den restlichen reichlich sechs Kilometern begleiten erst die steilen, zerklüfteten Felswände des Donaudurchbruches die Paddler, bevor dann die hoch auf einem Felsen gelegene Befreiungshalle den nahen Zielort Kelheim ankündigt. Zu einer Jahreszeit, in der der Schiffsverkehr für gewöhnlich längst ruht, bleibt auf einer der schönsten Strecken, die die Donau zu bieten hat,als einziges dominierendes Geräusch das einprägsame gleichmäßige Plätschern des Wassers bei jedem Paddelschlag in Erinnerung. Und auch wenn es keine Wettfahrt ist, einen Wanderpokal gibt’s dennoch – nämlich für den Verein mit den meisten Teilnehmern. Die sonstigen Ehrungen (älteste Teilnehmer, weiteste Anreise) sowie auch der traditionelle Paddlerhock finden dieses Jahr allerdings nicht statt.

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