12.04.2024 | Naturorientierte Fahrten

Havel-Plünnenfahrt -
13 Tage die Havel in ihrer ganzen Pracht

Eine anspruchsvolle Gepäckfahrt durch ursprüngliche Natur und Großstadtflair
Unterwegs auf der idyllischen Havel, © R. Buchholz

Seit ihrer Premiere 2016 führt die Havel-Plünnenfahrt nunmehr zum 6. Mal erneut eine kleine Paddlerschar von den Havel-Quellseen bei Kratzeburg bis nach Havelberg, wo die Havel in die Elbe mündet. Verteilt auf zehn zwischen 22 und 45 Kilometer lange Etappen und unterbrochen von zwei Ruhetagen beim Ausrichterverein KC Zugvogel in Berlin-Haselhorst werden von den Teilnehmern bei dieser sportlichen Gepäckfahrt (Plünnen = Gepäck) vom 18. bis 31. Mai 2024  insgesamt 324 Kilometer zurückgelegt.

Den besonderen Reiz der Havel hat wohl niemand so schön und sehnsuchtsvoll in Worte gefasst wie der in Neuruppin geborene Schriftsteller Theodor Fontane. Er beschrieb das Havelland als seine „geliebte Heimat“, zu der er sich nach Jahren der Abwesenheit magisch hinzogen fühlte: „…Nach langem Säumen in deinem Schatten wieder zu träumen, erfüllt in dieser Maienlust eine tiefe Sehnsucht mir die Brust“, dichtete er 1872 in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“.

Bevor die Tour-Teilnehmer/innen das Ziel, die Hansestadt Havelberg mit ihren mittelalterlich verwinkelten Straßen und Gassen erreichen, nimmt die Havel sie mit auf ihren windungsreichen Weg durch Felder und Wiesen, Wälder und Feuchtgebiete sowie durch zahlreiche bezaubernde Seen. Dabei entfaltet sie bei kaum spürbarer Fließgeschwindigkeit ihren einzigartigen natürlichen Charme. Besonders reizvoll präsentiert sich die Untere Havel, wenn sie den Naturpark Westhavelland, Brandenburgs größten Naturpark, durchfließt. Ein faszinierendes Schauspiel bietet sich vor allem im Frühling und im Herbst, wenn sich auf den feuchten Wiesen des Naturparks ganze Kolonien von Kranichen, Gänsen und Schwänen zum Festmahl versammeln. Unterwegs laden auch immer wieder interessante kleine Städte und Sehenswürdigkeiten zu einer Pause ein, so u. a. an der Oberen Havel Wesenberg, Fürstenberg mit den Ruinen des Klosters Himmelpfort und Zehdenick sowie an der Unteren Havel Brandenburg, das Naturpark-Zentrum in Milow und die Optik-Stadt Rathenow. Übernachtet wird während der Tour auf Zelt- bzw. Biwakplätzen oder bei Kanu-Vereinen.

Wer die Tour durch die vier Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt gepaddelt ist, kann als Lohn dafür die Havel-Wandermedaille des LKV Brandenburg erwerben, in Erinnerung behalten. Und vielleicht schwärmt der oder die eine oder andere danach gar ähnlich vom Havelland wie einst Theodor Fontane.

Weitere Infos: hier

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